Reisanbau - Blick auf ein Reisfeld

Reisanbau:
Wie kommt der
Reis zu uns?

Reisanbau wird seit mindestens 7.000 Jahren betrieben und Reis als Nahrungsmittel geerntet. Endlose Wasser-Felder, die den Himmel widerspiegeln und grüne, stufenartige Terrassen, die den Atem rauben. Die Produktion von Reis ist nicht nur essenziell für die Weltbevölkerung, sondern auch wunderschön.

Nahrhaft, vielfältig und so duftend: Heute gehört das Getreide in vielen Variationen in fast jede Küche. Doch woher kommt der Reis und wie landet er auf unserem Tisch? Was ist seine Geschichte und wie wird er angebaut? Hier findest du alles rund um Reisanbau.


Herkunft des Reises: Woher kommt der Reis ursprünglich?

Die Geschichte des Reises beginnt circa 5.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung, was ihn zu der ältesten Kulturpflanze weltweit macht.

So funktioniert der Reisanbau: ein Reisbauer in einem Feld

Herkunft des Reises

China gilt als das Herkunftsland des Reises, von wo aus das Getreide nach und nach weitere asiatische Länder erobert hat. Auch Indien gilt als eines der Länder, in denen der Reis seinen Ursprung hat. Laut archäologischen Funden begann der Reisanbau dort etwa 4.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung.

Reisanbau: verschiedene Reissorten

Die Sorten

Wissenschaftler vermuten, dass in beiden Regionen zuerst der wilde Reis gesammelt und gekocht wurde, bevor seine Kultivierung und sein Anbau begannen. Als Folge lassen sich Reispflanzen heute in zwei Hauptgruppen unterscheiden:

 

Auf dem Weg zu uns

Die erste Bekanntschaft zwischen den Europäern und dem Reis fand zu Zeiten von Alexander dem Großen statt. Nur, dass das Getreide damals nicht sehr gut ankam. Erst im 10. Jahrhundert hat die Reispflanze Spanien und später auch Italien erobert. Dieser Entwicklung verdanken wir dem typisch italienischen Risotto-Reis.

Erst im 17. Jahrhundert lernten schließlich die Amerikaner Reis kennen. Der Überlieferung nach soll ein an der Küste von Carolina gestrandeter Kapitän aus Europa seinen Rettern einen Sack Reis geschenkt haben. Etwa 100 Jahre später gelangte das Getreide mit den europäischen Kolonialherren auch nach Südamerika. Heute gehören Brasilien, Kolumbien sowie die US-Staaten Mississippi, Texas und Arkansas zu den Reisanbauländern.

Nach seiner langen Reise um die Welt gehört der Reis nun zu den wichtigsten Nahrungsmitteln weltweit, von dem jährlich mehrere hundert Millionen Tonnen produziert werden.

Wie wird Reis angebaut?

Seit mehreren Generationen werden zwei Methoden von Reisanbau praktiziert: Der Nassreis- und der Trockenreisanbau. Welche der beiden ausgeübt wird, hängt stark von der Gegend ab, in der das Getreide produziert wird.

Nassreisanbau: eine Reispflanze im Wasser

Nassreisanbau

Diese Art von Reisanbau ist zwar arbeitsintensiv, bringt aber bis zu drei Ernten im Jahr.

Die Pflege der Felder und die Ernte erfolgen beim Nassreisanbau fast ausschließlich von Hand. Maschinen kommen nur selten zum Einsatz und meistens helfen Wasserbüffel beim Pflügen.

Die vorbereiteten Reisfelder und Terrassen werden mithilfe von künstlichen Bewässerungssystemen, wie Kanälen und Rohren, unter Wasser gesetzt. Dämme sorgen dafür, dass sich das Wasser staut.

Junge Reispflanzen werden in speziellen Saatbeeten bis zu einer Größe von 15 bis 25 Zentimetern herangezogen. Das bereits mit Wasser geflutete Reisfeld wird mithilfe von Zugtieren gepflügt, um den Boden mit dem Wasser zu mischen. Anschließend werden die vorgezogenen Sämlinge in der Regel per Hand oder maschinell eingepflanzt. Bei der Handarbeit wird Unkraut aussortiert, sodass die Reispflanzen keine Konkurrenz um sich haben und die Ernte rein ausfällt.

Damit sich keine Schädlinge und Bakterien im Wasser bilden, ist die regelmäßige Durchflutung des Feldes bei dieser Art von Reisanbau unerlässlich. Dabei sollte der Wasserstand jedoch bei circa 10 Zentimetern bleiben.

In so einem Wasserbecken wächst der Reis heran und bildet Blüten, die sich selbst bestäuben. Etwa fünf Wochen nach der Blütezeit sind die Reiskörner ausgereift und die Erntezeit kann beginnen. Um ihren Arbeitern das Sammeln zu erleichtern, lassen die Reisbauern das Wasser einige Wochen vor der Ernte ab. Die Dauer von Nassreisanbau hängt stark von der Reissorte ab und beträgt im Durchschnitt circa 6 Monate.

Trockenreisanbau: Blick auf Reisterassen

Trockenreisanbau

Der Anbau vom aromatischen Trockenreis ist eine eher seltene und teure Alternative zu Nassreisanbau. Trockenreisanbau wird vor allem in Gebieten mit nur wenig Niederschlag oder einem schlechten Wasserzugang ausgeübt, wie etwa in einem Gebirge. So können manche Reisfelder bis zu 2000 Meter über dem Meeresspiegel liegen!

Die produzierte Reissorte benötigt eine möglichst hohe Luftfeuchtigkeit, übersteht jedoch auch die Trockenphasen sehr gut. Diese Anbaumethode wird in Europa und den USA bevorzugt. Trockenreis eignet sich für den Anbau an Hängen, wo die Samen oft nur etwas vorgekeimt und dann auf den Feldern ausgesät werden – teils per Flugzeug.

Bei Trockenreisanbau haben die Bauern es oft mit Schädlingen und Unkraut zu tun. Anders als bei Nassreis werden sie bei dieser Methode nicht durch das stauende Wasser ferngehalten und können zu geringeren Ernteerträgen führen.

Reisanbau: Portrait von einem Reisbauer
Mit der Unterstützung von Uncle Ben’s® haben wir heute Zugang zu Schulungen, verbrauchen weniger Wasser, bauen mehr Reis an und halten stets die hohe Qualität aufrecht.

Bauer unserer Basmati Farm Partnerships

Wo wird Reis angebaut?

Die heutigen Reisanbaugebiete sind über alle fünf Kontinente verteilt. Aufgrund der verschiedenen Bedingungen, wie Klima, Wasserzugang und sogar Tradition, trägt jedes Anbaugebiet unterschiedlich zu der weltweiten Reisproduktion bei.

Reisanbau in Asien mit Blick auf ein Reisfeld

Reisanbau in Asien

Als Vorreiter in Sachen Reisanbau gehört Asien auch heute zu den wichtigsten Reisanbaugebieten. Vor allem China, Indien, Indonesien, Bangladesch, Vietnam, Myanmar, Thailand und Japan produzieren die größten Mengen an Reis.

Das Erstaunliche: 95 Prozent des weltweit geernteten Reises werden im Ursprungsland verzehrt. Da in einzelnen Ländern Asiens der Reis etwa 80 Prozent der Grundnahrungsmittel ausmacht, wird nur ein kleiner Anteil der Ernte exportiert.

Reisanbau in Europa mit Blick auf ein Dorf in Südeuropa

Reisanbau in Europa

Europa trägt etwa 0,5 Prozent zum weltweiten Reisanbau bei. Italien zählt heute als der größte Reisproduzent Europas. Andere europäische Reisanbaugebiete sind Spanien, Portugal, Schweiz und Griechenland. Frankreich gehört ebenfalls dazu und verzehrt circa 75 Prozent des im Land angebauten Reises selbst.

Reisanbau zum Export mit einem Container Schiff

Reisanbau zum Export

Erstaunlicherweise werden nur etwa 5 Prozent der gesamten Reisproduktion auf dem Weltmarkt gehandelt. Dieser Anteil stammt vor allem aus den USA, aus Thailand, Italien, Spanien und Frankreich.

Es ist interessant, dass Länder wie Thailand und die USA im Vergleich zu ihrer Reisernte einen hohen Anteil an weltweiten Exporten haben. So kommen etwa 29 Prozent des weltweit exportierten Reises aus Thailand, deren Reisanbau jedoch nur 4 Prozent der Weltproduktion ausmacht.

Reisanbau mit Blick auf ein Reisfeld

Reisproduktion weltweit

Weltweit werden etwa 600 Millionen Tonnen Reis produziert. In Asien werden 90 Prozent (557 Mio. Tonnen) der Welternte erbracht. Es folgen Südamerika mit 3,6 Prozent (22 Mio. Tonnen) und Afrika mit 3,1 Prozent (19 Mio. Tonnen). Das Schlusslicht bilden Nordamerika mit 1,6 Prozent (10 Mio. Tonnen) und Europa mit 0,5 Prozent (3 Mio.Tonnen).

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40 min

4 Portionen

Zum Rezept
Chilli con Carne Rezept mit Uncle Ben`s® Express-Reis Mexikanisch

Wo befinden sich die schönsten Reisfelder und Reisterrassen?

Reisfelder und Reisterrassen ernähren nicht nur die Hälfte der Weltbevölkerung, sondern gehören zu den schönsten Ecken unserer Erde. Nicht umsonst wurden viele von ihnen zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt.

Reisanbau: mit Blick auf die Reisterassen auf den Philippinen, dem achten Weltwunder
Die Reisterassen von Jatiluwih
Reisterassen in Mu Cang Chai
Eine Frau bei der Reisernte auf einem Reisfeld

Wie wird Reis geerntet?

Sobald die Körner reif sind, steht die Reisernte an. Beim traditionellen Reisanbau wird das Getreide Halm um Halm mit Sicheln geerntet. Zu diesem Zeitpunkt bestehen die Reiskörner zu etwa 20 Prozent aus Wasser und werden einige Tage unter der Sonne getrocknet. Anschließend werden die Rispen gedroschen, indem sie gegen den Boden oder spezielle Holzgestelle geschlagen werden. Die gewonnen Reiskörner werden in der Reismühle von den Spelzen getrennt.

In Reisanbaugebieten wie den USA und Südeuropa werden bei der Reisernte moderne Maschinen eingesetzt. Das Sammeln und die Verarbeitung von Reis erfolgen durch Mähdrescher auf den bereits getrockneten Reisfeldern.

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